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KSP Kommunen Ratgeber Kosten & Preise
Kosten & Preise · 6 Min Lesedauer

Was kostet ein Notstromaggregat für Kommunen? Preise & Kostenfaktoren 2026

Pauschale Preise gibt es bei Notstromaggregaten nicht — aber klare Faktoren, die den Preis treiben. Was Anschaffung, Wartung und Betrieb realistisch kosten und wie Förderung die Summe senkt.

AutorKSP Fachredaktion
Veröffentlicht05.2026
Letzte Prüfung09.2026

Kurz gesagt: Ein Notstromaggregat für eine kommunale Liegenschaft kostet in der Anschaffung typischerweise 20.000 bis 80.000 € zzgl. MwSt. — je nach Leistung (30 bis 100 kVA), Bauart (stationär ist günstiger als mobil auf Anhänger) und Ausstattung (Netzumschaltung, Schallschutz, Lichtmast). Große stationäre Anlagen für Wasserwerk oder Klärwerk ab 200 kVA liegen bei 150.000 bis 250.000 €, dazu kommen Elektroinstallation und Aufstellung vor Ort. Das sind Marktspannen aus veröffentlichten Ratsbeschlüssen und Herstellerlisten (Stand 2026), keine Angebotspreise — der belastbare Preis entsteht erst aus der Auslegung.

Auf einen Blick (zzgl. MwSt., Stand 2026)GrößenordnungBeleg
Stationäre Netzersatzanlage 30–100 kVA, Abgasstufe V, mit Netzumschaltungca. 15.000–40.000 €Marktspanne 2026 (Herstellerlisten); die stationäre Variante liegt deutlich unter der mobilen gleicher Leistung
Mobiler Stromerzeuger 30–100 kVA auf Anhängerca. 40.000–80.000 €Schlier 2025: 100 kVA mobil mit Anhänger und Ausleuchtung 41.899 € · Nienburg 2024: 100 kVA mobil ca. 80.000 € je Anlage
Stationäre Anlage ab 200 kVA (Wasserwerk, Klärwerk)ca. 150.000–250.000 €Teublitz 2026: 200 kVA für das Wasserwerk 185.000 €
Elektroinstallation und Aufstellung vor Ortzusätzlich; Beispiel: gut 20 % des AnlagenpreisesTeublitz 2026: 38.500 € zu 185.000 €
Kraftstoff im Ernstfall100 kVA bei 75 % Last: 15–18 l/h, also rund 25–30 € je Betriebsstunde bei 1,50–1,70 €/lVerbrauchs-Faustformel
Förderungbis 50 % (WasSiG, Wasserversorger) · Festbeträge (Sachsen-Anhalt bis 90.000 € je Gemeinde) · Pauschalen (NRW Pflege 2023: 25.000 €, ausgelaufen)Förder-Landkarte

„Was kostet ein Notstromaggregat?” ist die häufigste Frage am Anfang eines Projekts — und die ehrliche Antwort hat zwei Teile: eine Größenordnung, die sich benennen lässt, und einen Preis, der erst aus der Auslegung entsteht. Der Preis wird von wenigen, klar benennbaren Faktoren bestimmt. Wer sie kennt, kann ein Angebot richtig lesen.

Die wichtigsten Preisfaktoren

Den größten Hebel hat die Leistung — eine Anlage für ein kleines Gerätehaus liegt in einer völlig anderen Größenordnung als eine KRITIS-Anlage für ein Klärwerk. Danach folgen Bauart und Ausstattung.

FaktorWirkung auf den Preis
Leistung (kVA)Größter Einzelfaktor — steigt deutlich mit der Leistung
BauartMobil, stationär oder Container — je nach Aufwand
Abgasstufe (Stufe V)Moderne Emissionsstufe, bei mobilen Anlagen Pflicht
SchallschutzGekapselte / Super-Silent-Haube für Wohngebiete
Automatik (ATS)Selbsttätige Netzumschaltung statt Handbetrieb
Tankgröße / AutonomieGrößerer Tank = längere Laufzeit ohne Nachtanken
FernüberwachungCloud-Monitoring, Alarmierung
AufstellungFundament, Kranabladung, Elektroanschluss vor Ort

Die Spannen in der Tabelle oben sind bewusst breit: Innerhalb einer Leistungsklasse entscheidet die Ausstattung über den Preis — dieselben 100 kVA kosten mobil mit Anhänger und Lichtmast rund das Doppelte der stationären Variante. Wo genau ein Projekt landet, ergibt sich erst aus der Auslegung.

Anschaffung ist nicht gleich Gesamtkosten

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Wirtschaftlich betrachtet zählt die Gesamtbetrachtung über die Lebensdauer (Total Cost of Ownership):

  • Anschaffung — Aggregat, Ausstattung, Lieferung, Inbetriebnahme
  • Wartung — regelmäßige Wartung und Prüfungen über die gesamte Nutzungsdauer
  • Betrieb — Kraftstoff für Probeläufe und Einsätze

Über wie viele Jahre sich die Anschaffung dabei rechnerisch verteilt — im kommunalen Haushalt wie steuerlich — zeigt der Beitrag Notstromaggregat abschreiben: Nutzungsdauer und AfA.

Wichtig

Eine günstige Anschaffung mit teurer oder unklarer Wartung kann über die Jahre teurer sein als eine durchdachte Komplettlösung. Fragen Sie immer nach den Folgekosten — nicht nur nach dem Kaufpreis.

Laufende Kosten realistisch einplanen

Zur ehrlichen Kalkulation gehören die wiederkehrenden Posten:

  • Wartungsvertrag nach DIN 6280-13 inklusive DGUV-V3-Prüfung und jährlichem Probelauf unter Last — mehr dazu auf der Seite Wartung & Service.
  • Kraftstoff für die vorgeschriebenen Probeläufe und den Ernstfall.
  • Prüfpflichten — ortsfeste Anlagen alle vier Jahre, mobile jährlich.

Förderung senkt die Investition spürbar

Notstromversorgung gilt als Vorsorge für kritische Infrastruktur — und ist damit häufig förderfähig. Je nach Programm und Einrichtung lässt sich ein erheblicher Teil der Investition über Zuschüsse abdecken. Den Überblick über die aktuellen Programme finden Sie im Wissens-Hub: Förderprogramme 2026. Wichtig ist die Reihenfolge — Förderfähigkeit klären, bevor beschafft wird.

Miete als kostengünstige Alternative

Wenn der Bedarf nur zeitweise besteht, kann Miete die deutlich günstigere Variante sein — ganz ohne Investition. Wann sich welches Modell rechnet, lesen Sie im Beitrag Notstromaggregat mieten oder kaufen?.

So kommen Sie zu einem belastbaren Preis

Einen seriösen Preis gibt es erst nach der Auslegung — deshalb verstehen sich unsere Preise als „auf Anfrage”. Zwei Wege führen zum Angebot:

  1. Konfigurator — Einsatzzweck, Leistungsklasse und Optionen zusammenstellen und unverbindlich anfragen.
  2. Bedarfsanalyse — für die exakte Auslegung mit Lastprofil und Standortbegehung.

Häufige Fragen

Was kostet ein kleines Aggregat fürs Feuerwehrhaus?

Für ein Feuerwehrhaus mit 30 bis 60 kVA liegt die Marktspanne 2026 stationär bei etwa 15.000 bis 30.000 €, mobil auf Anhänger bei etwa 40.000 bis 60.000 € zzgl. MwSt. — je nach Tor-Anlaufströmen, Schallschutz und Automatik. Die Gemeinde Schlier hat 2025 eine mobile 100-kVA-Anlage mit Anhänger und Ausleuchtung für 41.899 € beschafft. Eine belastbare Zahl liefert die Auslegung — am schnellsten über den Konfigurator.

Sind die Wartungskosten im Kaufpreis enthalten?

Nein, die Wartung wird über einen separaten Wartungsvertrag abgebildet. Wir weisen die Folgekosten von Anfang an transparent aus, damit Sie die Gesamtkosten kennen.

Gibt es Förderung für Kommunen?

Häufig ja. Welche Programme greifen, hängt von der Einrichtung ab — siehe Förderprogramme 2026. Gern prüfen wir Ihre Förderfähigkeit im Rahmen einer Erstberatung.


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